DMARC-Berichte lesen: Was der rua-Bericht verrät und was Sie tun sollten (2026)
DMARC-Berichte zeigen jeden Server, der mit Ihrer Domain Mails verschickt. So lesen Sie die XML-Datei, welche Felder zählen, wie Sie ein vergessenes Tool von einem Fälscher unterscheiden und was als Nächstes zu tun ist.
Kenneth Kather · Gründer & CEO, KNK Outbound
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Die wichtigsten Punkte
- An die rua-Adresse im DMARC-Eintrag schicken Empfänger wie Google, Microsoft und Yahoo täglich Sammelberichte: XML-Dateien mit allen IP-Adressen, die mit Ihrer Domain gesendet haben, und dem Prüfergebnis.
- Pro Zeile zählen vier Angaben: Quell-IP, Anzahl der Mails, die Ergebnisse von DKIM und SPF und ob die geprüfte Domain zu Ihrer Absenderdomain passt (Alignment).
- Unbekannte Quellen, die durchfallen, sind vergessene Tools oder Fälscher. Bekannte Quellen, die durchfallen, brauchen DKIM mit Ihrer Domain oder einen SPF-Eintrag, bevor Sie die Richtlinie verschärfen.
- Sammelberichte enthalten keine Mail-Inhalte. Einzelberichte (ruf) können personenbezogene Daten enthalten, werden von den großen Anbietern selten verschickt und bleiben in der EU besser weg.
Die kurze Antwort
Ein DMARC-Bericht ist eine tägliche XML-Datei, die ein empfangender Mailserver wie Gmail oder Outlook an die rua-Adresse in Ihrem DMARC-Eintrag schickt. Darin steht jede IP-Adresse, die an diesem Tag mit Ihrer Domain als Absender gesendet hat, wie viele Mails von dort kamen und ob sie SPF, DKIM und DMARC bestanden haben. Der Bericht verrät Ihnen zwei Dinge: welche echten Dienste noch durchfallen und ob jemand in Ihrem Namen Mails verschickt.
Kaum eine Firma nutzt das. In unserer DMARC-Statistik über 23.488 DACH-Firmen-Domains haben nur 45,7 % überhaupt eine Berichtsadresse, und 15,5 % stehen auf p=none ohne eine. Sie sammeln also nichts, womit sie arbeiten könnten.
So bekommen Sie Berichte
Ergänzen Sie in Ihrem DMARC-Eintrag den rua-Wert. Wenn Sie noch keinen Eintrag haben, starten Sie im Beobachtungsmodus:
v=DMARC1; p=none; rua=mailto:[email protected]
Nehmen Sie dafür ein eigenes Postfach, denn eine aktive Domain bekommt jeden Tag Dutzende Berichte. Liegt die Adresse auf einer fremden Domain, etwa bei einem DMARC-Dienst, muss diese Domain das mit einem TXT-Eintrag erlauben: ihre-domain.de._report._dmarc.fremde-domain.de mit dem Inhalt v=DMARC1. Die meisten Dienste erledigen das für Sie. Die genauen Einträge für DMARC, SPF und DKIM bei den großen Anbietern finden Sie in unserer Anleitung zum Einrichten.
Was in einem Bericht steht
Jeder Bericht kommt als zip- oder gzip-Anhang. Darin liegt eine XML-Datei mit drei Teilen.
| Teil | Feld | Was es Ihnen sagt |
|---|---|---|
| Metadaten | org_name, date_range | Wer den Bericht schickt und für welchen Tag |
| Veröffentlichte Richtlinie | p, sp, pct, adkim, aspf | Den DMARC-Eintrag, den der Empfänger für Ihre Domain gesehen hat |
| Datensätze | source_ip, count | Welcher Server wie viele Mails geschickt hat |
| Datensätze | disposition | Was der Empfänger getan hat: none, quarantine oder reject |
| Datensätze | dkim, spf (policy_evaluated) | Ob DKIM und SPF passend zu Ihrer Domain bestanden haben |
| Datensätze | header_from | Die Domain in der sichtbaren Absenderadresse |
| Datensätze | auth_results | Die Rohdaten: welche Domain DKIM signiert und welche SPF geprüft hat |
- Feld
- org_name, date_range
- Was es Ihnen sagt
- Wer den Bericht schickt und für welchen Tag
- Feld
- p, sp, pct, adkim, aspf
- Was es Ihnen sagt
- Den DMARC-Eintrag, den der Empfänger für Ihre Domain gesehen hat
- Feld
- source_ip, count
- Was es Ihnen sagt
- Welcher Server wie viele Mails geschickt hat
- Feld
- disposition
- Was es Ihnen sagt
- Was der Empfänger getan hat: none, quarantine oder reject
- Feld
- dkim, spf (policy_evaluated)
- Was es Ihnen sagt
- Ob DKIM und SPF passend zu Ihrer Domain bestanden haben
- Feld
- header_from
- Was es Ihnen sagt
- Die Domain in der sichtbaren Absenderadresse
- Feld
- auth_results
- Was es Ihnen sagt
- Die Rohdaten: welche Domain DKIM signiert und welche SPF geprüft hat
Ein einzelner Datensatz sieht gekürzt so aus:
source_ip: 40.107.22.55
count: 412
disposition: none
dkim: pass spf: pass
header_from: ihre-domain.de
auth_results: dkim ihre-domain.de pass (selector1), spf ihre-domain.de pass
Diese Zeile ist gesund: Eine IP-Adresse aus dem Bereich von Microsoft hat 412 Mails geschickt, beide Prüfungen haben passend bestanden, nichts wurde blockiert.
In vier Schritten lesen
- Nach Quell-IP gruppieren. Prüfen Sie per Reverse-DNS oder IP-Abfrage, wem die Adresse gehört. Microsoft 365, Google, Ihr CRM und Ihr Newsletter-Tool erscheinen als eigene Anbieter.
- Nach Anzahl sortieren. Die großen Zeilen sind Ihr echter Mailverkehr. Die beheben Sie zuerst.
- Auf Alignment achten, nicht nur auf pass. Eine Zeile kann unter auth_results spf pass für die Domain des Tools zeigen und unter policy_evaluated trotzdem spf fail, weil die Domain nicht zu Ihrer passt. Für DMARC zählt nur das Ergebnis unter policy_evaluated.
- Jede durchgefallene Zeile einordnen. Bekannter Dienst fällt durch: beheben. Unbekannte Quelle fällt durch: Spoofing oder ein vergessenes System, klären Sie, was davon.
Was die typischen Muster bedeuten
- Ihre Plattform besteht, ein Tool fällt bei DKIM durch. Das Tool signiert mit seiner eigenen Domain. Schalten Sie im Tool die Authentifizierung mit eigener Domain ein.
- SPF fällt durch, DKIM besteht, Quelle ist ein fremder Mailanbieter. Meist eine Weiterleitung oder ein Verteiler. Harmlos, solange DKIM besteht.
- Kleine Mengen von privaten oder ausländischen IPs, beides fällt durch. Klassisches Spoofing. Genau das stoppen p=quarantine und p=reject.
- Große Mengen von einer unbekannten IP, beides fällt durch. Oft ein vergessenes System: ein alter Webserver, ein Scanner, ein Shop-Plugin. Finden Sie den Verantwortlichen, bevor Sie verschärfen.
Wenn nur noch bekannte Quellen bestehen und der Rest Rauschen ist, sind Sie bereit für den nächsten Schritt. Den beschreibt unsere Anleitung DMARC von p=none auf p=reject umstellen.
Tool oder XML von Hand
Von Hand lesen funktioniert bei einer kleinen Domain und ein paar Tagen. Danach ist ein DMARC-Dienst einfacher: Er sammelt die Berichte, gruppiert sie nach Absender und meldet neue Quellen. Mehrere haben einen kostenlosen Einstieg für kleine Mengen. Prüfen Sie bei jedem Anbieter, wo er die Daten speichert. Sammelberichte enthalten IP-Adressen und Domains, aber keine Mail-Inhalte. Einzelberichte, angefordert mit dem ruf-Wert, können Kopfzeilen und personenbezogene Daten enthalten, werden von den großen Anbietern selten verschickt und bleiben in der EU meist besser weg.
Warum uns das als Outbound-Agentur interessiert
Jede Versanddomain, die wir für Kunden betreiben, hat vom ersten Tag an DMARC mit Berichtsadresse, und wir lesen die Berichte. Eine neue durchfallende Quelle ist oft das erste Zeichen, dass sich im Setup eines Kunden etwas geändert hat. Ihre eigene Domain prüfen Sie sofort mit unserem kostenlosen E-Mail-Check: Er zeigt, ob DMARC gesetzt ist, welche Richtlinie gilt und ob eine Berichtsadresse eingetragen ist.
Häufige Fragen
Was ist ein DMARC-Sammelbericht?
Eine tägliche XML-Zusammenfassung, die ein empfangender Mailserver an die rua-Adresse in Ihrem DMARC-Eintrag schickt. Darin stehen alle IP-Adressen, die mit Ihrer Domain als Absender gesendet haben, die Anzahl der Mails und die Ergebnisse von SPF, DKIM und DMARC, ohne Mail-Inhalte.
Wie oft kommen DMARC-Berichte?
Die meisten Empfänger schicken einen Sammelbericht pro Tag und Domain. Google, Microsoft und Yahoo verschicken alle Berichte, deshalb bekommt eine Domain mit normalem Mailverkehr meist mehrere Berichte am Tag.
Warum zeigt mein Bericht SPF pass, aber DMARC fail?
Weil SPF für eine andere Domain bestanden hat als die in Ihrer Absenderadresse, meist für die Domain des Versand-Tools. DMARC braucht Alignment: SPF oder DKIM muss für Ihre Domain bestehen. Schalten Sie im Tool die DKIM-Signatur mit Ihrer eigenen Domain ein.
Brauche ich ein Tool, um DMARC-Berichte zu lesen?
Für ein paar Berichte nicht, die XML-Datei lässt sich im Browser oder Texteditor lesen. Für die laufende Überwachung ist ein DMARC-Dienst einfacher, weil er Absender über die Zeit gruppiert und neue Quellen meldet. Mehrere haben einen kostenlosen Einstieg.
Soll ich den ruf-Wert für Einzelberichte nutzen?
Meist nicht. Einzelberichte können Kopfzeilen und personenbezogene Daten enthalten, die großen Anbieter schicken sie selten, und in der EU werfen sie Datenschutzfragen auf. Sammelberichte über rua reichen, um DMARC gut zu betreiben.